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MEET 'EM, GREET 'EM, TREAT 'EM AND STREET 'EM

SGEMGlobal#1: German: SGEM – Was ist das?

SGEMGlobal#1: German: SGEM – Was ist das?

SGEMGlobal#1: German – SGEM: was ist das?

Datum: Wir haben den 15. Dezember und ich bin Euer Gastgeber Ilja Osthoff (Notarzt und Facharzt für Anästhesie).

Dies ist die Übersetzung des SGEM Podcasts #1, der im Original am 20. August 2012 von Ken Milne aufgenommen wurde: SGEM-#1: Introduction to the SGEM.

Willkommen beim SGEM oder dem skeptischen Handbuch der Notfallmedizin.

Unser Motto für die Notfallmedizin: Meet’em, greet’em, treat’em and street’em! Wir treffen und begrüßen die Patienten, wir behandeln und entlassen sie wieder!

Das ist der erste Podcast von einer ganzen Reihe, in denen es darum geht, als Notfallmediziner skeptisch zu sein.

Als Erstes: wer sind wir und warum tun wir das?

Dr. Ken Milne

Dr. Ken Milne

Mein Name ist Ken Milne und ich bin Notfallmediziner an einem städtischen Krankenhaus und Professor an der Universität von Western Ontario. Ich arbeite außerdem mit der BEEM-Gruppe zusammen. Die Abkürzung steht für „the best evidence in emergency medicine“ – das beste Wissen in der Notfallmedizin.

Also warum der SGEM?

Die aktuellen Methoden der Wissensvermittlung funktionieren nicht. Im Moment dauert es 6-13 Jahre, bis hochwertiges, klinisch relevantes Wissen das Bett des Patienten erreicht. Der Durchschnitt beträgt zehn Jahre.

Wir vom SGEM-Team wollen diese Zeitspanne auf unter ein Jahr verkürzen.

Ich hatte zum Beispiel Studenten von großen Universitätskliniken, die mir die Hand wegziehen wollten, als ich eine Lokalanästhesie mit Adrenalin an einem Finger machen wollte und sagten, oh nein, das kannst Du nicht machen! Nun, man kann es machen. Und hoffentlich wirst Du lernen, was man alles machen kann, wenn Du mehrere Folgen von diesem Podcast gehört hast.

Wie schaffen wir es jetzt, die Zeitdauer der Vermittlung von Wissen von über zehn Jahren auf unter ein Jahr zu verkürzen?

Wir hoffen, daß wir social media verwenden und damit die Wissensvermittlung in der Medizin auf den Kopf stellen können.

Wir wollen die Möglichkeiten der Notfallmediziner erweitern, aber das ist schwierig zu erreichen und sehr kostspielig. Große Pharma Firmen wissen das schon seit Jahren, Medizinstudenten kosten eine Pizza oder einen gratis Kugelschreiber, bei Assistenzärzten muß man schon abgefahrenes Thai Essen kommen lassen. Wenn Du aber die Meinung eines Facharztes ändern willst, dann sollte es schon eine Reise nach Hawaii sein… nur Spaß!

Wir wollen Assistenzärzte und junge Fachärzte erreichen, die an Notfallmedizin interessiert sind und das kostenlos!

Anmerkung des Übersetzers: damit will der SGEM-Blog Teil der FOAM-Bewegung sein. FOAM bedeutet „free open access to medical education“ also der freie, offene Zugang zu medizinischer Ausbildung und das kostenlos. Der Begriff „FOAM“ entstand 2012 bei einem Glas Guinness in einem Pub in Dublin während der ICEM Konferenz. Wer mehr darüber lesen will, folge bitte dem Link: FOAM. Und weiter geht es mit dem Podcast.

BEEM logoDer Podcast ist dazu da, um den BEEM-Inhalt (best evidence in emergency medicine) zu vermitteln.

Woher kommt jetzt dieser BEEM-Inhalt?

An der McMaster University gibt es ein System, um die publizerte Literatur über Notfallmedizin zu durchsuchen. Danach sehen sich 200 Notfallmediziner das jeweilige Fazit des Artikels durch. Sie bewerten diese mit einer Skala von 1 bis 7. Eins bedeutet, das ist völlig sinnlos, ich werde das nie in meiner Notfallmedzin verwenden bis sieben – wow, das sollten wir alle machen!

Bei einem Fazit, das mit einer fünf oder höher bewertet wurde, wird dann der Artikel komplett von EBM-Fachleuten durchgesehen. Dies dient der Überprüfung, ob das Fazit wirklich den Inhalt des Artikels wiedergibt. Diese Zusammenfassungen werden dann auf BEEM-Konferenzen weltweit vorgestellt.

Wir wissen, dass sich nicht jeder diese Konferenzen an exotischen Orten leisten kann, also genießt es, den Podcast kostenlos zu hören.

So, nochmal zurück zu den sozialen Medien!

Wir suchen insbesondere Ärzte und Studenten, die uns auf Facebook liken und auf Twitter folgen. Dann wird die Sache interaktiv und Ihr könnt die Informationen in Eure Kliniken bringen und die Ober- und Chefärzte überzeugen. Ihr könnt dann zum Beispiel auf eine freundliche, nicht bedrohliche Art und Weise fragen: “Warum nehmen wir Aciclovir bei der Bell-Lähmung? Ich habe grade einen Tweet vom SGEM bekommen, daß das nicht wirkt…”

Dann wird das Medium zur Aussage und der Student wird zum Meister. Ihr werdet die Oberärzte unterrichten, nicht nur über den Inhalt, sondern auch wie man social media verwendet.

Wie wollen wir das erreichen? Als Erstes wäre es toll, wenn Ihr Euch auf unserer Website registriert. Das ist absolut kostenlos. Wir wollen einfach nur wissen, wer den Podcast hört, damit wir den besten Inhalt liefern können. Klasse wäre es, wenn Ihr uns Feedback geben könntet, was Euch gefällt, was nicht, was Ihr überhaupt nicht mögt oder von was Ihr mehr hören wollt.

Auf der SGEM-Webseite gibt es noch eine Menge mehr an Informationen. Ich möchte den “skeptics guide to the universe” Podcast erwähnen. Das ist meiner Meinung nach der beste skeptische Podcast, den es gibt und er hat mein skeptisches Denken geformt. Ebenfalls möchte ich den Journal Club der Universität Washington erwähnen – das ist der beste Journal Club ever. Außerdem will ich die Webseite www.thennt.com von David Newman erwähnen.

Es gibt auch einige Podcasts: David Newman betreibt einen namens SMART EM und es gibt einen mit Namen Quack Cast von Dr. Mark Crislip.

Also nochmal, gebt uns Feedback – Widerstand ist zwecklos! Ihr werdet in einen skeptischen Denker verwandelt werden.

Wir kommen zum Ende.


Denkt daran: seid skeptisch bei allem was Ihr lernt, auch bei den Sachen, die Ihr im SGEM hört! Diese Informationen sollten nicht Eure alleinige Grundlage für die Behandlung von Patienten sein.


Die erste Weisheit in der Notfallmedizin ist – genauso wie bei „Anhalter durch die Galaxis“ – Don’t panic – wenn alle in Panik geraten, bist Du derjenige, der die Ruhe und Kontrolle bewahrt, Du bist der Notfallmediziner! Und denkt daran: jede Blutung wird stoppen – irgendwann!

Soweit die Übersetzung der ersten Folge des SGEM-Podcastes. Wer ist jetzt die Stimme hinter der deutschen Version dieses Podcastes?

ilja

Ilja Osthoff

Mein Name ist Ilja Osthoff, ich bin Anästhesist, Intensivmediziner und Notarzt an einem kommunalen Krankenhaus. In meiner Freizeit bin ich mit meiner Familie begeistert in den bayerischen Bergen unterwegs, sei es zum Klettern, Wandern oder Skitouren. Bei den deutschen Folgen hilft mir meine Frau Julia. Sie ist Unfallchirurgin und Notärztin im selben Krankenhaus.

Ich bin begeistert von der FOAM-Bewegung und leider gibt es bis jetzt nicht soviele Angebote auf deutsch. Da ich schon seit längerem den SGEM-Podcast im Orginal höre, dachte ich mir, vielleicht kann ich den Podcast auf deutsch übersetzen und damit die Möglichkeit schaffen, dass eine breitere Masse an interessierten Ärzten in Deutschland ihren Horizont in der Notfallmedizin erweitern können.

Gesagt, getan – in Absprache mit Ken Milne wird es in regelmässigen Abständen eine deutsche Übersetzung einer Folge des englischen Orginals geben. Es würde mich freuen, wenn Ihr auf der Webseite ein Feedback zur deutschen Version geben würdet, was Euch gefällt oder nicht gefällt und was Ihr gerne hören wollt.

So, bis zum nächsten Mal beim skeptics guide to emergency medicine! Euer Ilja


Denkt daran, seid skeptisch bei allem was Ihr lernt, sogar wenn Ihr es im skeptics guide to emergency medicine hört!